Nachdem man uns um fünf Uhr in der Früh aus der Kneipe geschmissen hat, gehen der Kater und ich durch die verschlafenen Straßen der Stadt spazieren. In der Ferne zeichnet sich blass das Rot der aufgehenden Sonne am Horizont ab.
„All die Sterne“, lallt der Kater, „Sie verschwinden.“
„Keine Sorge.“, sage ich zu ihm, während ich mit Mühe versuche, einen Fuß vor den anderen zu setzen, „Morgen sind sie wieder da.“
„Einen ganzen Tag ohne Sterne.“, der Kater lasst träurig den Kopf hängen, dann lässt er sich, an einen Zaunpfahl gelehnt, zu Boden sinken. Mit großen runden Augen schaut er nach oben in den Himmel. „Wir sind so klein.“
„Du meinst, du bist so klein. Ich bin fast eins-sechzig.“, er reagiert nicht, „Oh.“, sage ich dann, „So meinst du das.“
„Warum sind wir eigntlich hier?“
„Warum versetzt Alkohol dich eigentlich immer in diese furchtbar philosophische Stimmung?“
Der Kater wirft mir einen verständnislosen Blick zu.
„Weißt du“, sage ich nachdenklich zu ihm, „Vielleicht sind wir hier, weil es sonst niemanden gäbe, der sich fragen würde, wo die Sterne den ganzen Tag über bleiben.“
Montag, 5. Juli 2010
Sterne
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen