Der Kater sitzt vor mir auf dem Küchentisch und isst gerade das letzt Stück meiner Quattro-Formaggi-Pizza.
„Räumst du das gleich weg?“, fragt er, während er sich den letzten Bissen in den Mund schiebt.
„Mach du doch.“, sage ich, „Ich muss gleich los, sonst bekomm ich den Zug nicht mehr.“
„Das war deine Pizza. Warum soll ich da den Abwasch machen?“, fragt der Kater.
„Weil du auch mal was für mich machen könntest. Und es ist doch wohl wirklich nicht zu viel verlangt, mal eben zwei Teller in die Spülmaschine zu packen und das Teil einzuschalten.“
„Das kann ich gar nicht. Ich hab so was doch noch nie gemacht.“
„Das ist es ja. Du machst nie irgendwas. Du räumst nicht auf oder ab, du bezahlst die Pizza nicht, lässt dir dein Lachs-Baguette von mir machen und bist sogar zu Faul, mal mit einkaufen zu gehen. Langsam wirds Zeit, dass du dich auch mal um irgendwas kümmerst.“, sage ich.
„Aber ich weiß doch gar nicht, wie das mit der Spülmaschine geht.“
„Dann wirds Zeit, dass du das langsam mal lernst.“, ich schaue den Kater verständnislos an.
„Zeigst dus mir?“, fragt der.
„Boah, mal ganz im Ernst, jede Sau kann ne Spülmaschine bedienen.“
Der Kater schaut mit großen Augen zurück.
„Gut.“, sage ich, „Du nimmst die Teller. Guck, genau so.“, ich nehme die Teller und das Besteck und trage sie in die Küche. Der Kater folgt mir.
„Dann machst du die Spülmaschine auf.“, ich mache die Spülmaschine auf.
„Stellst den Kram rein.“, ich stelle den Kram rein.
„Machst das Ganze wieder zu.“, ich mache das Ganze wieder zu.
„Und drückst den Knopf da.“, ich drücke den Knopf da. Die Spülmaschine fängt an zu rattern.
„Aha.“, sagt der Kater, „Aber eines habe ich dabei noch nicht so ganz verstanden.“
„Was denn? Was um alles in der Welt kann man denn dabei nicht verstehen?“, rufe ich vollkommen verzweifelt.
„Ach.“ sagt der Kater, „Ist ja auch egal. Danke für den Exkurs. Aber jetzt solltest du dich wirklich beeilen, sonst wird das mit deinem Zug vielleicht ein wenig knapp.“
Dienstag, 9. März 2010
Haushalt
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