Kinderschänder

Ich springe auf die Motorhaube und trete mit voller Wucht gegen die Frontscheibe. Sie splittert. Ich trete noch einmal zu, springe wieder von der Motorhaube, zersteche die Reifen und trete den linken Rückspiegel ab. Der Kater steht daneben und sieht zu. Ich hebe einen Stein auf und werfe ihn gegen die Seitentür des entengrützenfarbenen Fiats, hole eine Spraydose aus meinem Rucksack und sprühe auf das Heck des Wagens in Großbuchstaben

MENSCHENVERACHTENDES SCHWEIN!

Den kleinen gelben Aufkleger über dem Rücklicht zerkratze ich mit meinem Schlüssel. Dann gehen der Kater und ich weiter.
„Stoppt Tierversuche! Nehmt dafür lieber Kinderschänder!“, rezitiere ich den gelben Aufkleber, „Derart pauschalisierende Verachtung macht mich rasend.“
„Ja, ja.“, sagt der Kater, „Ich kann dein Verhalten trotzdem nicht gutheißen. Immer das gleiche. Die Würde des Menschen ist unantastbar. An uns Kater denkt mal wieder keiner.“